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SCHMERZMANAGEMENT-SYSTEME

Alle Einrichtungen des Schmerznetzwerk Hamburg e.V. haben ein Schmerzmanagement-System etabliert, das das Erreichen des gemeinsamen Ziels sicherstellen soll. Dieses Schmerzmanagement-System muss

Wohnpflege-Einrichtungen

In Wohnpflege-Einrichtungen soll der sogenannte ‚Expertenstandard zum Schmerz- management in der Pflege‘ umgesetzt werden. Darin ist detailliert beschrieben, dass und wie die Schmerzsituation von Bewohnerinnen und Bewohnern kontinuierlich zu beobachten ist – besonders wichtig z.B. bei demenzkranken Menschen, die ihre Empfindungen nicht mehr genau beschreiben können. 

Diese Information muss dann schnell und präzise an die richtigen Stellen weitergegeben werden – insbesondere an den behandelnden Arzt. Und schließlich müssen Wirkung, Nebenwirkung und die Entwicklung des Schmerzstatus laufend dokumentiert werden.

Im Ergebnis soll das Schmerzniveau in Ruhe und unter Belastung bestimmte Höchstwerte nicht überschreiten. Dafür müssen natürlich genügend Pflegekräfte im Umgang mit Schmerzen fortgebildet sein, z.B. zur Pain Nurse oder zur Pain Care Assistent.

Ambulanten Pflege

Auch in der Ambulanten Pflege soll der ‚Expertenstandard zum Schmerzmanagement in der Pflege‘ umgesetzt werden. Das bedeutet unter anderem, dass kontinuierlich eine zur Schmerztherapie qualifizierte Person erreichbar ist. Besonders wichtig ist, dass für Krebspatienten eine Portversorgung innerhalb von 24 Stunden umgesetzt werden kann.

Niedergelassene Hausärzte

Niedergelassene Hausärzte sollen sich an Empfehlungen und Leitlinien der Fachgesellschaften für Schmerztherapie (http://www.dgss.org/versorgung/leitlinien-zur-schmerzbehandlung/) halten.

Dabei soll ein spezieller Fragebogen zur Schmerzerhebung eingesetzt, Patienten und Angehörige zu schmerzrelevanten Fragestellungen beraten und auch der Entstehung von Schmerzen vorgebeugt werden.

Außerdem sollen sich die Ärzte regelmäßig fortbilden, etwa indem sie mindestens einmal im Monat an interdisziplinären Schmerzkonferenzen, einschlägige Kongresse besuchen etc.

Krankenhäuser

Krankenhäuser sollen sich an den Kriterien orientieren, wie sie etwa auch in der Zertifizierung zum sog. ‚Schmerzfreien Krankenhaus‘ vorgesehen sind. Danach soll es u.a. einen multiprofessionell besetzten ‚Qualitätszirkel Schmerz‘ geben, ein rund um die Uhr verfügbarer Akutschmerz-Dienst soll etabliert sein, spezielle Schmerzerfassungsbögen werden laufend eingesetzt und Schmerzverläufe dokumentiert, Schmerzpatienten und Angehörige werden beraten und geschult und es gibt hinreichend viele Ärzte und Pflegekräfte mit speziellen Kenntnissen in der medikamentösen und nicht-medikamentösen Schmerztherapie. Aspekte der Schmerzbehandlung sollen auch in Patientenbefragungen einfließen.

Physiotherapie-Praxen

In Physiotherapie-Praxen sollen bestimmte Verfahren zur Schmerzbehandlung eingesetzt werden können – zum Beispiel Wärme- und Kältebehandlungen, Elektrotherapie oder Behandlungen an einem Schlingentisch oder ähnlichen Geräten.
Die Mitarbeiter sollen über neurologische Fortbildungen (Bobath, PNF, Cyriax) und Fortbildungen in Manueller Therapie verfügen. Auch hier soll der Schmerzverlauf erhoben und dokumentiert werden.

Apotheken

Bei Apotheken ist vorgesehen, dass der Apotheker an einer von der Apothekerkammer anerkannten Fortbildung zur pharmazeutischen Betreuung von Schmerzpatienten teilgenommen hat und über mindestens ein gültiges Fortbildungszertifikat verfügt.

Bei der Vorlage ärztlicher Verordnungen über Schmerzmittel wird auf eventuelle arzneimittelbezogene Probleme (Dosierung, Behandlungsdauer, Interaktionen, Nebenwirkungen etc.) geachtet und erforderlichenfalls im Einvernehmen mit dem behandelnden Arzt interveniert.